Neue Legenden 2019

Als im Frühjahr 2018 die Idee für eine 3 Männer geboren wurde, war es eigentlich der Plan, die Alt-Preußen vom ATV zurückzuholen, mit den überzähligen Spielern der 2M zu kombinieren und damit in der Stadtliga zu starten. Diese Rückholaktion scheiterte. So wurde mir schon etwas mulmig zumute, als Niki trotzdem eine 3 Männer, dann natürlich in der untersten Liga, gemeldet hatte, denn dafür war die Personaldecke reichlich dünn. Aber man wächst mit den Aufgaben.

Zuerst wurden die drei A-Jugendlichen Julian V, Julian S und Jakob mit Doppelspielrechten versehen und die Spielpläne von mA und 3M überschneidungsfrei gestaltet. Dann wurde die gemeinsame Vorbereitung von 2. und 3. Männer unter Einbeziehung der in Frage kommenden mA-Spielern gestartet. Hier gab es das erste Saison-Highlight, als im Trainingslager die Regeln des Stiefeltrinkens in die Praxis umgesetzt wurden. Die Trainingsbeteiligung am Sonntag hatte dann doch einige Ausfälle.

Die größte Baustelle konnte im Sommer gelöst werden. Mit Robert kam ein Torwart hinzu, dem ich das Amt des Alterspräsidenten abtreten durfte. Somit hatte wir für die 2. und 3. Männer je einen Torwart – eine beeindruckend dicke Personaldecke, vor allem wenn man bedenkt, dass beide Torwarte zusammen ein Durchschnittsalter von ca. 50 + haben. Was soll ich groß schreiben, Robbi hat alle Spiele der 3. durchgespielt (bis auf eines, wo er unfreiwillig 20 min das Feld für Leo aus der mA räumen musste), dazu noch etliche Spiele in der 2M sowie manches Training bei der 1M, wo er auch ausgeholfen hat. Eine echte Legende.

Zum Saisonauftakt trat am Marathon-Sonntag im fernen Hohenschönhausen die u.a. Truppe an.

foto1 3M

vlnr: Erik, Ole, Jens, Robert, JP, Roberto, Tabba, Oli, Lasse

Die A-Jugend wurde bewusst geschont, da ein wichtiges Spiel nicht durch einen Einsatz bei den Männer gefährdet werden sollte. Hat auch so gereicht und so wurde an diesem Tag der Startschuss für die „Neuen Legenden“ gegeben.

Die Spielberichte lesen sich im Nachhinein sehr ähnlich. 1. Halbzeit: Kampf mit den äußeren Umständen und dem eigenartigen Spiel der Gegner. 2. Halbzeit: Die Deckung steht, abgefangene Bälle werden nach vorne geworfen und die schnellen, z.T. auch jungen Außen machen die Tore.

So wäre Lasse wohl auch Torschützenkönig geworden, wenn er sich nicht zum Schluss in der 2M festgespielt hätte. So belegt er mit 40 Saisontoren den 2. Platz.

Den ersten Platz hat der Trainingsweltmeister JP, der insb. in der 2. Saisonhälfte aufdrehte und die Preußen-Torjäger-Kanone mit 44 Toren abräumte.

Die Hinrunde war von großer Flexibilität bei der Aufstellung geprägt. Den Kern bildeten Roberto, Lasse, Erik S, Robert und Jens. Dazu kamen Ole, JP, Tabba und Marzus, die aus unterschiedlichen Gründen nicht ganz so häufig spielen konnten. Aus der A-Jugend wurden Julian Volkmer, Julian „Fuchs“ Schilling, Jakob und ab November dann auch Johan mit eingebunden.

Der ausgeglichene Kader zeigt sich auch daran, dass die Torschützen weit verteilt sind. 392 Tore (bester Angriff) und der Spitzenreiter nur 11% davon. Übrigens auch die beste Abwehr.

Es hat sich gut gefügt, dass zu wichtigen Spielen dann mit erfahrenen Spielern ergänzt werden konnte. So bin ich mir sicher, dass das Hinspiel gegen GutsMuts ohne Nils und Tim wohl nicht an uns gegangen wäre. Ein Spiel, wo die Legende von TG Nils geboren wurde. Ein unnachahmlicher Steel und ein Sprint in Richtung gegnerisches Tor. Jeder schaut gebannt zu – und dann wurde Allen bewusst, dass er das niemals bis zum gegnerischen Wurfkreis schafft. Also hinterher zu Unterstützung, 2 Pässe, Tor durch einen jungen Spieler – und dann der bange Blick zu Nils, weil alle wussten, dass kein Sauerstoffzelt in der Halle war. Aber genug Bier!

Das vor der Saison befürchtete Personalproblem gab es im Nachhinein nicht. Auch wenn es Ausfälle durch Verletzungen, vorabendliche Feiern oder auch private Verpflichtungen gab. Es fand sich immer eine schlagkräftige Mannschaft, wo eher das Problem auftrat, bei der vollen Bank eine zufriedenstelle Einsatzzeit für alle Beteiligten zu finden.

Als größte „Nerverei“ stellte sich vor allem die Schiedsrichter-Frage heraus. Bis auf das letzte Heimspiel musste für alle anderen Spiele ein Schiedsrichter organisiert werden. Da das gleiche Problem auch noch bei der A-Jugend auftrat (und auch die Kampfgerichte für beide Mannschaften nicht vom Himmel fallen), hat sich dieses Thema als eine echt nervend herausgestellt. Hoffentlich wird das nächstes Jahr besser (Träumen ist erlaubt !) – das war anstrengender als jedes Spiel!

Umso mehr Dank an alle, die hier als Schiedsrichter ausgeholfen haben. Leo und Johan als A-Jugend bei den Männer und auch Patti sowie Noah und JP bei der A-Jugend.

Mit der souveränen Herbstmeisterschaft und eigentlich schon ab Mitte November war das Ziel Erster und Aufstieg natürlich selbstverständlich. Das sollte aber kein Selbstläufer sein. Im vorletzten Spiel der Hinrunde traten wir mit einer Besetzung an, die nominell in der Landesliga einen gesicherten Mitteplatz einnehmen würde. Das waren Toni, Daniel, Tim, JP, Jens, Roberto, die Außen und dazu die A-Jugend. Statt des vermuteten Schützenfestes konnte das Spiel erst kurz vor Schluss zu unseren Gunsten entschieden werden. Da wurde deutlich, dass es trotz aller Qualität nicht mal so einfach im Vorbeigehen zu schaffen ist.

So handelten wir uns denn auch im neuen Jahr die einzige Niederlage ein, weil wir in der Abwehr einfach keinen Zugriff bekamen und im Angriff alle zusammen eine unterirdische Quote hatten. Aber auch dieses Spiel half der Legendenbildung, da Noah mit seinem einzigen Spiel für die 3M der Strafzeitenkönig der Liga wurde.

Und Leo seinen einzigen Einsatz im Tor hatte. Gab natürlich trotzdem die Einstandskisten.

War aber der richtige Warnschuss. Ab jetzt wurden die Spiele wieder ernsthafter angegangen. Und mit dem Flow, in den wir gerieten war die Stimmung natürlich sehr positiv. Das führte dazu, dass mit Robert Rudisch auch ein Alt-Preuße reaktiviert wurde. Eine echte Verstärkung, die sich leider nach 3 Spielen mit einem Muskelfaserriss bis zur nächsten Saison verabschiedete.

Auch der hoffnungsvolle junge Neuzugang Filip verletzte sich nach 3 Einsätzen und wird uns leider wieder verlassen – aber vielleicht überlegt er es sich noch mal. Da muss der Manager im Hintergrund mal sein Vertragsmodell überdenken.

Mit der Legendenbildung ging es dann auch weiter. Ole erarbeitete sich ebenfalls den Ehrentitel „TG“, Lasse verfeinerte seine Schusstechnik so weit, dass er zum Ende für die 2M abgezogen wurde und ein Daniel nahm seine Aufgaben für die 2M auch mit einem weinenden Auge war, da er gerne noch bei der 3M gespielt hätte.

Natürlich haben wir uns über Daniel und Toni in der 3M gefreut, aber Ihr Beiden gehört mind. in die 2. wenn nicht in den erweiterten Kader der 1. Bei uns seid Ihr die vielzitierten „Perlen vor die Säue“.

Ab Mitte März war eigentlich allen klar, das der Aufstieg nicht mehr zu verhindern ist und so wurde die Aufmerksamkeit geteilt. Robert und Jens kümmerten sich um das Mannschaftsoutfit – da beide dem Farbgeschmack der 80er verhaftet sind wurden nur die Optionen pink, pinkoder pink(für die Schrift) in die Auswahl genommen - und der schwächelnden 2 Mannschaft mit Trainingsbeteiligung unter die Arme gegriffen.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass mit Robert H, Roberto, Lasse, Jakob und Jens die 3. Mannschaft den Trainingsbetrieb der 2 Männer überhaupt erst sinnvoll möglich gemacht hat. Ich kann mich nur an 2 Trainingseinheiten in der Saison erinnern, wo mal 12 Feldspieler beim Training der 2. waren, und das waren mind. zur Hälfte Spieler der 3M.

Nicht unerwähnt sollte Roberto bleiben, der als Spieler und Berater ein prägendes Gesicht dieser Mannschaft ist. Auch wenn seine Klienten letztlich doch wieder das Weite gesucht haben. Ohne Rücksicht auf Verluste immer in nicht vorhandene Lücken zu gehen, dabei auch etwas abzubekommen und dann noch die 3-Schritt-Regel so kreativ zu nutzen, das macht großen Spaß beim Zusehen. Außerdem hat er sich körperlich aufgeopfert und immer mehr Blessuren mit sich rumgeschleppt aber die OP erst eingeleitet, als der Aufstieg in trockenen Tüchern war. Das ist Einsatz.

Den größten gemeinsamen Schritt haben die beiden Mannschaften wahrscheinlich am 23.3.19 getan. Zuerst die 3. in einer epischen Schlacht gegen die körperlich ebenbürtigen Spieler von GutsMuts, wo von unserem „Star-Rückraum“ einzig JP auf der Platte stand. Trotz der Verletzung von Robert R konnte die Mannschaft das ausgleichen. Und danach alle zur 2M, wo die ziemlich dünn besetzte Truppe lautstark zum Sieg gegen Turnsport getrieben wurde.

So wurde dann am 7.4. bei Kreuzberg der Spitzenreiter klar gemacht. Ein Spiel, welches wohl vor allem durch die kuriosen 2min Strafen für Abstand in Erinnerung bleiben wird. Das waren die glorreichen Sieger:

foto2 3M

vlnr oben: Lasse, Fuchs, Roberto, Marzus, Ole, Erik, Toni, Oli, Jakob, Tim
unten: Robert, Jens

Ganz persönlich hatte ich das Projekt der 3M ja vor allem voran getrieben, weil ich mir selber Spielanteile sichern wollte. Das wurde mit dem immer größer werdenden Kader nicht einfacher und dem Erfolg untergeordnet gab es dann auch weniger Einsatzzeiten als vorher gehofft. Aber da waren ja noch weitere persönliche Ziele.

Das erste wurde schon mit dem 2. Spieltag erreicht, als Vater und Sohn gemeinsam auf der Platte standen. Und war es in der ersten Hälfte der Saison noch klar, wer für die Mannschaft wichtiger ist, so konnte Jakob in der Rückrunde seinen „alten Herren“ regelmäßig deklassieren, zumindest was die Anzahl der Tore angeht. Höhepunkt des „Familienprojektes“ war dann das letzte Heimspiel, wo 3 Generationen Jörke als Trainer und Spieler auf einem Spielformular vereint waren. Meine ganz persönliche Legende!

Das letzte Spiel und der Abschied von der Kreisklasse wurde am 19.5.19 bei Adler 12 gewonnen. Was als lockerer Sommerhandball geplant war, wurde zu einer hochemotionalen Begegnung. Mal wieder kein Schiri da, und der gegnerische Trainer hat gepfiffen. Kein Ahnunge ober er es wollte oder nur zu blind war, auf jeden Fall haben wir uns unserer Haut gewehrt als der Gegner ungestraft anfing zu hacken. Auch das ist (oder zum Glück war) Kreisliga. Bei unserem Freunden vom Fußball hätte das wahrscheinlich mit einer Massenschlägerei und Polizeieinsatz geendet – aber zum Glück sind wir ja Handballer.

So sieht’s zum Schluß aus:

Dank an Alle, die dieses Jahr ermöglicht haben und ich freue mich auf das nächste Jahr in der Bezirksliga.

Jens Jörke

Die Neuen Legenden 2019

foto3 3M

v.l.n.r – oben: Leo, Gerd, Johan, Jakob, Ole, JP, Noah, Erik, Julian „Fuchs“, Roberto, Oli, Tim, Robert R, TG Nils, unten: Jens, Robert H, Marzus

Dazu noch Daniel, Toni, Tabba, Julian Volkmer und für die Bank Sophie Z (Jahrgang 2000 ?)

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